von Christoph Nogacki, studentischer Mitarbeiter
Die Sommermonate nutzt Raju Sharma, unser Bundestagsabgeordneter und der Bundesschatzmeister unserer Partei zu einer Tour durch die Kreisverbände Schleswig-Holsteins. Im direkten Kontakt mit der Mitgliedschaft möchte Raju über aktuelle politische Initiativen der Bundestagsfraktion informieren und über seine Tätigkeit als BSM und Mitglied des Parteivorstandes berichten. Darüber hinaus will er die Gelegenheit nutzen, um Impulse, Kritik und Anregungen zu holen, die für die Arbeit im Bundestag, aber auch im Parteivorstand unabdingbar sind.
Bislang fanden „Berliner Frühstück“-Treffen in Itzehoe mit Genossinnen und Genossen aus den Kreisen Steinburg, Dithmarschen und Pinneberg, sowie in Eutin für die Kreisverbände Plön, Ostholstein und Lübeck statt. Im Kreisverband Kiel wurde sein "Bericht aus Berlin" als Abendveranstaltung durchgeführt. Im August wird es Treffen in Schleswig und Bad Oldesloe geben.
In den Diskussionen mit der Basis vor Ort wird deutlich, wofür die Linke steht. Themen wie eine konsequente Friedenspolitik, das Hartz-IV-Unwesen, die Atomkatastrophe von Fukushima und die derzeitige Währungskrise rund um den Euro stehen immer wieder im Mittelpunkt der Gespräche. Darüber hinaus kommen aber auch regionale und lokale Probleme zur Sprache, etwa die Schülerbeförderungskosten oder die Arbeitszeitverdichtung im Gesundheitswesen.
Die Besorgnis einiger Mitglieder, dass unsere pazifistischen Positionen aufgeweicht werden könnten, teilt Raju uneingeschränkt. Er forderte die Mitglieder auf:" Bitte , mischt euch ein, schreibt Leserbriefe oder meldet euch direkt beim Parteivorstand.
Auch bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr sollten wir konsequent bei unseren Positionen bleiben. Ich werde - wie bisher und in Zukunft - mit „Nein" stimmen, weil ich der festen Überzeugung bin, dass wir nicht mit militärischen sondern nur mit zivilen Mitteln zum Frieden in der Welt beitragen können."
In der kritischen Betrachtung zur Lage der Partei, gibt es rege Diskussionen zur medialen Aufmerksamkeit ( Antisemitismusdebatte ), das künftiges Parteiprogramm und die Lage der Linken in Schleswig-Holstein. Häufiger kritisiert wurde die mediale Berichterstattung über unsere Partei. Wir würden oft als zerstrittener Haufen dargestellt und gute Anträge würden von der „bösen bürgerlichen Presse“ konsequent ignoriert. Das kann man sicherlich so sehen, aber wie kann man das ändern ? Wichtig ist es meines Erachtens selbst die Möglichkeiten zur Öffentlichkeit zu nutzen. Es gibt in der Medienlandschaft durchaus Zeitungen, die uns politisch nahe stehen und die man durch ein Abo unterstützen kann. Vonseiten der Partei ist, so berichtete Raju, ein Mitgliedermagazin geplant, das ab kommendem Jahr vierteljährlich erscheinen soll. Darüber hinaus bietet das Internet vielfältige Möglichkeiten zu Kommunikation und Teilnahme an Diskursen. Auch Raju ist aktiver twitter- und facebook-Nutzer. Die Gespräche haben meiner Einschätzung nach Raju und der Mitgliedschaft etwas Positives gebracht und es sollen nicht die einzigen Treffen dieser Art sein.