27. Januar 2011

Dem Faschismus entschlossen entgegentreten! Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. An diesem Jahrestag gedenken wir der Millionen unschuldiger Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Von den erbarmungslose Schergen der Tyrannei wurden Juden, Sinti und Roma, Kommunisten, Zeugen Jehovas, Christen und tausende weitere Andersdenkende – Kinder, Frauen und Männer – in großer Zahl erbarmungslos hingemordet.

Völkisches Gedankengut und rassistische Hetze kommen derzeit wieder gut an und finden selbst in der Mitte der Gesellschaft nicht wenige Anhänger; dies zeigen die vielfältigen zustimmenden Reaktionen auf die gehässigen Thesen von Thilo Sarrazin. Alle aufrechten Demokraten sind zum Widerstand aufgefordert. Der Kampf für Freiheit, Gleichheit und Solidarität , für ein demokratisches Miteinander aller Mitbürger – unabhängig von ihrer Herkunft – ist noch längst nicht gewonnen. Wir lassen uns von dröhnendem Marschtritt und Neonazi-Gewalt auf keinen Fall einschüchtern. Ein Verbot der NPD, obwohl schon schon lange überfällig, kann allein die bei uns immer noch verbreitete Gedankenwelt von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht beseitigen. Dazu benötigen wir Mut, Ausdauer und ständige Wachsamkeit. Auch Neonazis kritisieren derzeit den Kapitalismus; diese Kapitalismuskritik entpuppt sich aber bei genaueren Hinsehen rasch als antisemitische Hetze gegen das „Weltfinanz-Judentum“.

In vielen Städten wurde der Kampf um die Straße schon mehrmals gewonnen: In Dortmund, Jena oder in Dresden, stellten sich tausende den Nazis in Massenblockaden entgegen. Mit Erfolg: Allein in Dresden, einem Ort, an dem die Nazis seit Jahren versuchen das Gedenken an die Bombardierung Dresdens für ihre Zwecke zu missbrauchen, fanden sich 12.000 Menschen aus den unterschiedlichsten Gruppierungen zusammen und sorgten dafür, dass sich die Nazis keinen Meter bewegen konnten. Doch der Kampf ist nicht vorbei: Auch dieses Jahr, am 19.Februar heißt es wieder massenhaft und entschlossen die Nazis zu blockieren.

Die Arbeit gegen Faschisten und Rassisten darf nicht bei der Erinnerungs- und Gedenkkultur stehen bleiben. Antifaschismus erfordert unsere Arbeit an jedem Tag, ob im Arbeitsumfeld, bei der Massenblockade, oder im Parlament. In diesem Sinne „no pasarán!“, sie werden nicht durchkommen!